Die Infrastruktur neuer Mobilitätskonzepte muss weg vom insularen Denken hin zu ökonomisch effizienten, ökologisch nachhaltigen und sozial fairen Standards.

Beeindruckend, dieses Bild einer Tankstelle aus den 1930ern, auf dem ein Autofahrer gezeigt wird, der sich an einer schier endlos wirkenden Reihe von Zapfsäulen zwischen 12 verschiedenen Benzinmarken entscheiden sollte. Meinem Sohn sei Dank – er hat mir dieses wunderbare Buch „Visuelle Geschichte des Fahrens“ geschenkt, in dem sich dieses zunächst amüsant-absurde und dann doch zum Nachdenken anregende Bild befindet. Vergangenheit, die sich wiederholt.

Wie in den 1930ern mit der Kommerzialisierung des Benziners, befinden wir uns nun mit der Elektromobilität in einer Aufbruchsphase. Wie schon damals konkurrieren heute Autobauer und Energieanbieter beim Ausbau der E-Lade-Infrastruktur. Ein immer wiederkehrender Verdrängungskampf, wenn neue Technologien den Markt erobern. Leider wird dieser immer auf dem Rücken der Kunden*innen und, noch schlimmer, der Umwelt ausgetragen.

Apokalyptisch betrachtet, könnte unsere Verkehrsinfrastruktur in ein paar Jahren wie folgt aussehen: Übersät von unterschiedlichsten Ladestationen, ob öffentlich oder halböffentlich, als Station oder Einzelsäulen und all diese von verschiedenen Anbietern. Und damit verbunden unterschiedliche Lade-Techniken, die wiederum eigene Ladestecker benötigen und verschiedene Ladekarten der Anbieter. Daneben brachliegende Benzin- und Diesel-Tankstellen, die ausgedient haben. Ein verwirrendes Sammelsurium, das nicht nur die Nutzer*innen überfordert, sondern auch absolut nicht nachhaltig ist.

Die neue Ökologie braucht sozial faire und offene Ökosysteme

Wir sind bei der Gestaltung zukünftiger Mobilitätskonzepten wie Flugtaxis oder auch dem Ausbau der E-Lade-Infrastruktur für verschiedene Akteure und Pioniere aktiv. Ein besonderes Projekt wurde gerade erst mit dem International Architecture Award ausgezeichnet:

Die Ultra-Fast-Charging Station für das Unternehmen E.ON. Das Konzept setzt neue Maßstäbe: smart und modular, mit integrierten nachhaltigen Maßnahmen wie z.B. Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern, die Ladung rein grünen Stroms oder auch die Adaptionsfähigkeit der Station an variable Nutzungsszenarien. Der erste Prototyp in Essen ist bereits an den Start gegangen, weitere Stationen in Deutschland folgen.

Unser Ziel ist es, zusammen mit unseren Kund*innen eine bessere Welt zu gestalten. Wie wir das schaffen: Weg vom insularen Denken und von geschlossenen Ökosystemen – hin zu einer ökonomisch effizienten, ökologisch nachhaltigen und sozial fairen Infrastruktur für neue Mobilitätskonzepte. (...)
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Illustration copyright: Anastasia Hafermaas